Lost Place – Flugplatz Rangsdorf – Berlin Brandenburg


FLUGPLATZ RANGSDORF – Lost Places in Berlin / Brandenburg

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DER FLUGHAFEN IN DER STADT Rangsdorf, in Brandenburg südlich von Berlin gelegen, wurde 1936 am Vorabend der Olympischen Spiele in Berlin eröffnet. In den folgenden Jahren wurde der Flughafen, der heute längst leer steht und langsam von der Natur überwuchert wird, Zeuge einer Reihe von bemerkenswerten historischen Ereignissen.

Zunächst nur als Sportflughafen gedacht, wickelte Rangsdorf schließlich alle internationalen Flüge nach und von Berlin ab. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er zum Militärstützpunkt und beherbergte eine Flugzeugfirma, die Teile für Jagdflugzeuge und Bomber baute.

Am 20. Juli 1944 ereignete sich ein Ereignis, das dafür sorgen sollte, dass der Flughafen in die Geschichte einging. Gegen sieben Uhr morgens starteten Claus von Stauffenberg und Werner von Haeften von Rangsdorf aus, um nach Ketrzyn (Rastenburg) zu fliegen, um an einem Treffen in Hitlers Wolfsschanze teilzunehmen. Dort versuchte Stauffenburg, ein Attentat auf den Führer zu verüben, was leider misslang.

Später am Tag kehrten die Männer nach Rastenburg zurück, immer noch im Glauben, Adolf Hitler sei tot. Sie kehrten zum Bendlerblock in Berlin zurück, dem Allgemeinen Heeresamt und ihrem Arbeitsplatz, um sich an dem geplanten Putsch zur Übernahme Deutschlands zu beteiligen. Als klar wurde, dass Hitler noch lebte, wurden Stauffenberg und von Haften zusammen mit drei weiteren Mitverschwörern im Bendlerblock erschossen. Eine Gedenktafel erinnert heute inmitten der Überreste des Flugplatzes an diese Ereignisse.

Die andere, glücklichere Berühmtheit des Flugplatzes war seine Flugschule. Hier lernte Beate Uhse, die spätere Stuntpilotin und Gründerin des ersten Sexshops der Welt, das Fliegen, und viele Prominente der damaligen Zeit begannen ihre Sportflüge, darunter der deutsche Schauspieler Heinz Ruehmann, die Stuntpilotin Elly Beinhorn und der Grand-Prix-Rennfahrer Bernd Rosemeyer.

1945 wurden der Flugplatz und das Flugzeugwerk von der Sowjetarmee übernommen. Rangsdorf blieb von da an ein Stützpunkt der russischen Luftwaffe, bis die Truppen der Roten Armee 1994 aus Deutschland abzogen. Seitdem liegt der Flugplatz brach.

Wegbeschreibung:

Der Flughafen befindet sich ca. 26 km südlich des Stadtzentrums von Berlin, etwa 2 km südlich von Rangsdorf.

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