Lost Places – Tour zum Kdf-Bad Prora auf der Insel Rügen

Tour zum Kdf-Bad Prora Rückfahrt zum Parkplatz Feuersteinfelder (Mukran)

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ADOLF HITLER ist unbestreitbar eines der größten Monster der Geschichte, aber er glaubte offenbar auch an Urlaub, wie die weitläufige Ruine Prora beweist, ein dystopischer Komplex von Erholungszellen, der deutsche Arbeiter im Urlaub beherbergen sollte, dies aber nie tat.

Erbaut in den späten 1930er Jahren, besteht der Prora-Komplex aus acht identischen Gebäuden an der Küste der deutschen Insel Rügen. Die Anlage erstreckte sich über fast drei Meilen entlang des Strandes und bot von jedem einzelnen Zimmer aus einen Blick auf das Meer, während sich die Flure und alle anderen Einrichtungen auf der dem Land zugewandten Seite der Zimmer befanden. Jedes Zimmer sollte ein paar Betten, einen Schrank und ein Waschbecken haben, während die Badezimmer pro Etage geteilt werden sollten. Die brutal effizienten Zimmer wurden in dem Bestreben gebaut, dem durchschnittlichen deutschen Arbeiter, unabhängig von seiner Klasse, einen erschwinglichen Urlaubsraum zur Verfügung zu stellen, und zwar unter dem idealistischen Ethos, dass jeder deutsche Arbeiter einen Tag am Strand verdient.

Prora war nur das erste einer Reihe geplanter Mega-Resorts, die von der nationalsozialistischen Freizeitorganisation “Kraft durch Freude” geplant wurden, einer Gruppe, die so erfolgreich war, dass sie in den 1930er Jahren einer der führenden Reiseanbieter der Welt war. Hitler wollte mit den gigantischen Resorts nicht nur die deutsche Bevölkerung dazu bringen, ihn zu unterstützen, sondern es sind auch Pläne aufgetaucht, die zeigen, dass der Diktator die Seehotels als militärische Rückfalleinrichtungen nutzen wollte. Letztendlich wurde Prora nie als Ferienort oder Festungsanlage genutzt.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 kamen alle Stranddeckenträume zum Erliegen. Mit Beginn des Krieges wurde der Bau des Ferienkomplexes gestoppt, die 10.000 gebauten Zimmer standen leer. Auch die geplanten Schwimmbäder und das große Theater wurden nicht mehr gebaut. Während des Krieges und in den Jahrzehnten danach stand der Komplex weitgehend leer. Kurzzeitig beherbergte Prora unter anderem Flüchtlinge und ein Altenheim, doch in den 1990er Jahren war die monolithische Gebäudereihe völlig verödet.

Auch heute noch steht Prora weitgehend leer. Ein Teil der Räume wird als Galerie genutzt, ein anderer Teil beherbergt ein kleines Museum, das sich dem Ort widmet, und ein Teil beherbergt erfolgreich die größte Jugendherberge Deutschlands. In jüngster Zeit scheint es Versuche zu geben, einen Teil von Prora in Luxus-Eigentumswohnungen umzuwandeln. Die Umwandlung von Hitlers Ferienzimmern für den einfachen Mann in Wohnungen für Wohlhabende ist vielleicht der beste Weg, um Prora von seinen gescheckten Anfängen zu befreien.

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