Lost Places – Die Abhöranlage Teufelsberg – Berlin


Im Urlaub haben wir den Teufelsberg in Berlin mit der Ruine der Abhöranlage besucht. Ein eindrucksvoller Ort mit vielen tollen Graffitis.

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Diese verlassene NSA-Feldstation liegt auf einem 80 Meter hohen künstlichen Hügel im Grunewald am westlichen Rand von Berlin.

Der Hügel hat eine bemerkenswerte Geschichte: Er wurde aus den Trümmern des verwüsteten Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen und ist höher als der höchste natürliche Hügel (der Kreuzberg) im Berliner Stadtgebiet, von dem man annimmt, dass er aus den Trümmern von etwa 400.000 Gebäuden entstanden ist. Tief im Inneren des Hügels steht noch immer ein Gebäude, einst eine militärisch-technische Hochschule der Nazis. Es erwies sich als einfacher, das robuste Bauwerk zu vergraben, als es zu sprengen.

Eine Zeit lang diente der Hügel als Skihügel, bevor er zu einer “Abhörstation” umfunktioniert wurde. Es wird angenommen, dass diese Station Teil von Echelon, einem globalen Netzwerk von Abhörstationen, ist. Sie wurde auf dem Hügel errichtet und von der U.S. National Security Agency betrieben, um das kommunistische Ost-Berlin abzuhören. Zu ihrer Überraschung stellten sie fest, dass das örtliche Riesenrad, das jedes Jahr zum Deutsch-Amerikanischen Fest aufgestellt wurde, bei der Weiterleitung von Signalen half und ihre Abhörbemühungen verbesserte, und die US-Funkspione fragten an, ob das Rad für einen längeren Zeitraum aufgestellt bleiben könne.

Die Station wurde nach dem Fall der Berliner Mauer aufgegeben, und obwohl es Pläne gab, sie für kommerzielle Zwecke wiederzubeleben, ist sie heute eine vandalisierte und verlassene Hülle. Die Hochbahnsteige des Bahnhofs bieten einen unglaublichen Blick auf die Skyline Berlins, sowie auf das nahe gelegene Olympiastadion von 1934 und Le Corbusiers Unité d’Habitation. Einige behaupten, dass die NSA Tunnel durch den Berg in die militärtechnische Hochschule der Nazis gebaut hat, um entweder als Notbunker oder Fluchtweg zu dienen, aber dafür gibt es keine Beweise.

Wildschweine durchstreifen das Gelände rund um den Teufelsberg, und Besucher werden gebeten, auf den Wegen zu bleiben. Der Zugang zum Bahnhof ist offiziell gesperrt, aber einige Besucher haben eine Öffnung im Maschendrahtzaun gefunden und die Außentreppe benutzt, um Zugang zu den Hochbahnsteigen und Radomen zu erhalten. Jeder Besuch des Teufelsbergs sollte mit großer Vorsicht erfolgen – es gibt potenziell gefährliche Öffnungen, keine Geländer und einen offenen Aufzugsschacht (ca. 10 Stockwerke), ganz zu schweigen davon, dass er illegal ist.

Wegbeschreibung:

Nehmen Sie die S-Bahn bis Grunewald. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad nach NW über Dauerwaldweg und Harbigstraße. Biegen Sie rechts in einen Parkplatz ein und nehmen Sie den asphaltierten Hauptweg, vorbei am Drachenflugplatz. Gehen Sie durch den Wald (achten Sie auf Wildschweine) und biegen Sie am T links ab. Gehen Sie scharf rechts in das eingezäunte Gelände. Der Eintritt ist kostenpflichtig und der Platz ist täglich außer Sonntag und Mittwoch von 12 bis 17 Uhr für Besichtigungen geöffnet.

Und wenn Sie zufällig an einem heißen Sommertag dort sind: Gehen Sie von der S-Bahn-Station einfach noch fünf Minuten weiter die Straße hinunter, dann kommen Sie zu einem hübschen kleinen See mit Sandstrand, der perfekt zum Schwimmen ist (auf Wunsch auch nackt, wie es die Einheimischen tun). Badekleidung ist optional, der Eintritt ist frei. Gleich daneben steht ein kleines Backsteingebäude mit einem Schornstein, das früher ein Kraftwerk war, jetzt dient es als ökologisches Bildungszentrum, verkauft aber auch Kuchen und Würstchen, Kaffee und Eis.

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